Auf einer Gemeindeversammlung von Oster- und Westerbönen am 18 Oktober 1908 entstand unter anderem der heutige Löschzug 2. Damals luden die Gemeindevorsteher Männer ein die bereit waren, uneigennützig in der Feuerwehr bei der Brandbekämpfung ihren Mann zu stehen. Es ist ein beredtes Zeichen dafür, dass sich für die Sache „Feuerwehr“ schnell 50 Männer bereit erklärten. Hierbei sei erwähnt, dass jede Gemeinde bis dato Eigenständig war und nur durch eine Verordnung am 14 März 1908 es zu Gesprächen kam. In dieser Verordnung, die wiederum ihren Ursprung am 11 März 1850 hatte und aus dem Polizei Gesetz abgeleitet wurde, entstand die so genannte „Überörtliche Hilfe“ den Folge geleistet werden musste.

Da damals Oster- und Westerbönen zum Amtsbezirk Hamm –Pelkum gehörten, wurde somit am 25 Oktober 1908 durch eine Generalversammlung den Behörden dieser Antrag unterbreitet. Der wiederum am 23 März 1909 durch den damaligen königlichen Landrates des Kreises Hamm stattgegeben wurde und somit die Freiwillige Feuerwehr anerkannt wurde. Schon im April 1909 wurde damit begonnen die Feuerwehrmänner mit blauen Pilotjoppen einzukleiden!

Zeitgleich mit Oster- und Westerbönen wurden im südlichen Bereich der heutigen Gemeinde Bönen ähnliche Anstrengungen unternommen. Die Gemeinden Flierich, Bramey- Lenningsen und der damalige Gutsbezirk Brüggen folgten der Verordnung vom 14 März 1908.

Außer Brüggen gehörten allerdings diese Gemeinden dem Amtsbezirk Hamm –Rhynern an. Wo bei erwähnt sei das man in der Gemeinde Flierich schon im Jahre 1835 von einer Feuerwehr sprach und das dortige Spritzenhaus 1833 errichtet wurde. In allen anderen Gemeinden nannten sich die „ Blauröcke“ bis 1908 noch Wehrpolizei. Was auch seinen guten Grund hatte, denn in fast allen Spritzenhäusern gab es eine Zelle in der randalierende Bürgern auch schon mal für einen Tag eingeschlossen wurden. In vielen Fällen war der damalige Brandmeister auch Ordnungshüter.

Leider gibt es aus der Zeit von 1833-1908 kaum noch Aufzeichnungen. Doch wurde schon im Jahre 1844 von einer mit Pferden gezogene Schwengelpumpe gesprochen. Bis dato hatte jeder Haushalt so genannte Löscheimer mit denen Brände in der Nachbarschaft bekämpft wurden, dies jedoch oft mit mäßigem Erfolg.

In der Zeit von 1908 bis zum 1Weltkrieg gibt es einige Aufzeichnungen über Großbrände die durch das Gesetzt vom 14 März 1908, von mehreren Gemeinden gleichzeitig gelöscht wurden. Die wiederum den Einsatz von größeren wasserfördernden Pump unabdingbar machte. So wurde am 2 Februar 1912 in einer Gemeindeversammlung in Flierich beschlossen, eine neue Spritze bei der Firma Gebr. Achenbach zu bestellen. Gleiches geschah am 15 März 1912 in den Gemeinden Oster- und Westerbönen, bei der Firma Höing und Plug. Auch neue Spritzenhäuser wurden notwendig, wie der Neubau in Lenningsen am 14 August 1912.

Dann folgte der Krieg und viele Feuerwehrmänner wurden zum Kriegsdienst eingezogen. Hier durch war die Wehr sehr geschwächt doch blieb die Heimat von Kriegswirren weitgehend verschont.

Nach dem 1 Weltkrieg im Jahre 1919 verlor die Feuerwehr ihre Selbständigkeit und wurde im Dritten Reich zur Feuerschutzpolizei. Dies bedeutete aus Üben wurde Exerzieren und aus Oster-Westerbönen wurde eine Löschgruppe der Feuerschutzpolizei des Amtes Pelkum sowie Flierich und Lenningsen jeweils Löschgruppen des Amtes Rhynern.

Im Jahre 1928 wurde der Gutsbezirk Brüggen aufgelöst und gliederte sich der heutigen Gemeinde Bönen an das auch eine Auflösung der bestehenden Feuerwehr zur folge hatte.

1939 begann der 2 Weltkrieg. Obwohl unsere Gemeinden von größeren Luftangriffen verschont blieben, wurden jedoch die Feuerwehrkameraden laufend in den stark betroffenen Nachbargemeinden, wie Bönen, Wiescherhöfen, Pelkum oder Lohauserholz, zu Lösch- und Rettungseinsätzen gerufen. Oft waren sie tage- und nächtelang im Einsatz um zu retten was zu retten war. Nicht unerwähnt soll auch die Möhnetalsperrebombadierung sein. Die umfangreichen Rettungs- und Bergungsarbeiten in Fröndenberg, die durch die Flutwelle der Wassermassen des Möhnesees nötig waren wurden mit Einsatzfreudigkeit bewältigt. Mit dem Ende und dem Verlust des 2 Weltkrieges brach für die Feuerwehr eine böse Zeit an. Die damaligen Besatzungstruppen hatten eine verständliche Abneigung gegen jegliche deutsche Uniform und dadurch ging manches Kleidungsstück oder Ausrüstungsstück verloren, wie auch viele Dokumente oder Aufzeichnungen. Erst viele Jahre später besann man sich und verstand dass die Feuerwehr nichts mit Politik zu tun hatte. Nun ging die lange Durststrecke zu Ende und die einzelnen Wehren der Gemeinden wurden mit neuer Ausrüstung versorgt um etwaigen Einsätzen bestehen zu können. So hatten die veralteten Handdruckspritzen ausgedient und wurden durch Traktor angetriebene oder Eigenmotor betriebene“ Hochleistungsspritzen „ ersetzt. Wie zum Beispiel eine Motorspritze des Models TS4.

In den 50 iger Jahren wurden zur Vervollkommnung der Ausbildung und Erhalt der Leistungsfähigkeit der Kameraden jährlich Amts- bzw. Kreispokalwettkämpfe durchgeführt die auch gewonnen wurden. Später wurden diese in Leistungswettkämpfe umbenannt und führten bei Erfolg zum Erhalt des Feuerwehrleistungsabzeichen.

Am 25 Juni 1965 wurde der Löschgruppe Oster- Westerbönen ein neues Feuerwehrgerätehaus übergeben, dass sogleich auch ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug beinhaltete mit einer Tragkraftspritze vom Typ TS 8/8.

Die kommunale Neuordnung im Jahre 1968 ist die offizielle Geburtsstunde des Löschzuges. Denn in diesem Jahre wurden die Gemeinden Flierich und Bramey-Lenningsen (Amt Rhynern) wie auch Oster- und Westerbönen ( Amt Pelkum) der heutigen Gemeinde Bönen angegliedert.

Im Jahre 1977 wurde das Feuerwehrgerätehaus in Osterbönen nochmals neu gebaut, das bis heute das Zuhause des 2 Zuges ist. Gleichzeitig mit dem Neubau wurde das erste Großfahrzeug in den Dienst gestellt. Das Löschfahrzeug LF 16/12 war der ganze Stolz der Blauröcke. Viele Jahre verrichtete dieses Fahrzeug seinen Dienst im südöstlichen Teil der Gemeinde. Heute im Jahre 2007 besteht der Löschzug 2 nur noch aus zwei Standorten. Zum einem im südlich gelegenem Lenningsen und in Osterbönen. Durch wachsende Einwohnerzahlen und der Ansiedlung eines Gewerbeparks längs der BAB 2 erhöhen sich nicht nur die Einsätze stetig. Es ist durch ein moderneres Leben mit immer mehr Technik auch ein größeres Einsatzspektrum entstanden.

Doch durch eine sehr gute Ausbildung der Kameraden an den verschiedenen Ausbildungseinrichtungen des Kreises Unna und Land NRW wird jeder Einsatz gemeistert. Hinzu kommt noch, dass die beiden Löschzüge in der Gemeinde mit einem der modernsten Fahrzeugsparks ausgerüstet sind der jedoch auch unabdingbar ist.

Zum Schluss noch eine Anekdote

Am 15 Juni 1914 stürzte der Feuerwehrmann Hawickenbrauck auf dem Weg zum Einsatz auf Haus Mundloh mit seinem Fahrrad. Das bei der damaligen Feuerwehr- Unfall und Hülfskasse eingereichte Gesuche zur Schadensbegleichung wurde zwar abgelehnt mit der Begründung “Mit nassem, dreckigem Fahrweg müsse man rechnen“ es sei aber erwähnt das es eine solche Einrichtung für Feuerwehrangehörige schon damals gab.

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